Aus sportlicher Sicht ist das Abenteuer Verbandsliga für die Handballerinnen der HSG Unterweser nach einem Jahr beendet. Beim TV Oyten III kassierte das Team von Trainer Bernd Neumann eine deutliche 17:32-Niederlage – und weil der TSV Bremervörde zeitgleich sein Heimspiel gegen die SG Findorff gewann, hätte selbst ein HSG-Sieg nicht mehr zum Klassenerhalt gereicht. (von Olaf Büker)
Doch nach dem Abpfiff bekam die Geschichte noch einmal eine überraschende Wendung: Der Handballverband Niedersachsen-Bremen hat der HSG Unterweser angeboten, auch in der kommenden Saison in der Verbandsliga der Frauen zu spielen. Bis Montagabend soll die Entscheidung fallen. Aus dem klaren Abstieg ist damit plötzlich eine echte Grundsatzfrage geworden.
Guter Start, dann kippt das Spiel
Dabei begann die Partie in Oyten aus Sicht der HSG richtig ordentlich. Die Gäste legten zunächst eine Zwei-Tore-Führung vor, nach zehn Minuten stand es 4:2 für Unterweser. Auch danach tat sich Oyten schwer, erst nach 20 Minuten gingen die Gastgeberinnen mit 7:6 in Führung.
Zur Pause war für die HSG noch alles drin. Oyten setzte sich in den letzten Minuten des ersten Durchgangs zwar auf 13:10 ab, doch der Rückstand war weiterhin überschaubar. Nach dem Seitenwechsel blieb Unterweser zunächst dran, in der 35. Minute stand es 14:12.
16 Minuten ohne Tor entscheiden die Partie
Dann aber brach das Spiel der HSG komplett auseinander. Im Angriff lief kaum noch etwas zusammen, Oyten nutzte die Fehler konsequent aus und zog von 14:12 auf 28:12 davon. 16 Minuten ohne eigenen Treffer – in der Verbandsliga ist so eine Phase kaum zu überstehen.
Dazu kam erneut die schwache Quote von der Siebenmeterlinie. Vier Strafwürfe blieben ungenutzt. Insgesamt trugen sich nur vier HSG-Spielerinnen in die Torschützenliste ein: Louisa Plump war mit neun Treffern die erfolgreichste Werferin, dazu trafen Astrid Eilers viermal sowie Fenna van Dreumel und Rieke Asendorf je zweimal.
Neumann sieht mehrere Baustellen
Trainer Bernd Neumann war nach der deutlichen Niederlage enttäuscht. Vor allem die fehlende Dynamik, die Abschlussschwäche und die Probleme bei den Strafwürfen ärgerten ihn. Auch die bekannte Auswärtsschwäche spielte wieder eine Rolle. Hinzu kam, dass in Oyten mit Baumwachs gespielt werden durfte – ein Umstand, mit dem sich die HSG-Spielerinnen sichtbar schwer taten.
Trotzdem machte Neumann klar, dass der Klassenerhalt nicht in diesem einen Spiel verspielt wurde. Vielmehr seien es die knappen Niederlagen im Saisonverlauf gewesen, die am Ende den Unterschied gemacht hätten. Der Zugang von Fenna van Dreumel und die Rückkehr von Rieke Asendorf kamen aus seiner Sicht zu spät, um die Saison noch entscheidend zu drehen.
Jetzt muss die HSG entscheiden
Eigentlich war nach dem 17:32 klar: Die HSG Unterweser geht in der kommenden Saison wieder in der Landesliga an den Start. Sportlich wäre das die logische Folge nach einem lehrreichen, aber harten Jahr in der Verbandsliga gewesen.
Nun liegt der Ball aber wieder bei der HSG. Durch das Angebot des Verbandes könnte Unterweser trotz Abstieg in der Verbandsliga bleiben. Die Frage ist: Nimmt die Mannschaft die Herausforderung noch einmal an – oder nutzt sie die Landesliga, um sich neu zu sortieren? Bis Montagabend soll Klarheit herrschen.

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