ATR gewinnt Gemeinde-Derby und steigt auf

Packendes Spitzenspiel zwischen der SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor und dem AT Rodenkirchen endet 2:0 für den ATR

Anzeige

Anzeige

Die Ausgangslage vor diesem letzten Spieltag der Aufstiegsrunde in der 2. Kreisklasse Nord hätte für den neutralen Zuschauer kaum spannender sein können. Nachdem die Bezirksliga-Reserve des Heidmühler FC bereits vor diesem Spieltag als Meister feststand ging es dahinter für den AT Rodenkirchen mit 9 Punkten (Torverhältnis +6), der SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor mit 8 Punkten (+8) und dem TV Gut Heil Neuenburg ebenfalls mit 8 Punkten (-1) um den verbleibenden Aufstiegsplatz.

Während der TV Gut Heil Neuenburg zuhause den Heidmühler FC II schlagen musste und währenddessen auf ein Unentschieden im Stadland-Derby hoffen musste, hatten es sowohl der ATR, als auch die SGSSR selbst in der Hand. Bei bestem Fußballwetter, 50 Liter Freibier und Bratwurst umsonst warteten mehrere Hundert Zuschauer allerdings zunächst vergeblich auf den Anpfiff. Der angesetzte Schiedsrichter war nicht erschienen, doch zum Glück war schnell für Ersatz gesorgt. Mit etwas Verspätung ging es dann los.

Torloses Remis zur Pause

Um was es in diesem Spiel geht war beiden Mannschaften zu Beginn anzumerken. Es wurde auf beiden Seiten viel mit langen Bällen gearbeitet, einem Spiel, was dem AT Rodenkirchen eigentlich gar nicht liegt. Die erste Chance des Spiels hatte dann auch prompt ein Schweier, doch Tino Wieses Distanzschuss konnte Michel von Borstel sicher entschärfen. Anschließend setzte die SGSSR sich in der Rodenkircher Hälfte fest und wurde durch hohe Hereingaben immer wieder gefährlich.

Anzeige

Der ATR setzte hingegen auf Konter, doch schaffte im Angriffsdrittel viel zu selten den Durchbruch bis an die Grundlinie. Die gefährlichste Situation dieser ersten Halbzeit hatten die Schweier, als diese nach einem langen Ball Kevin Lanzendörfer im Strafraum freispielen konnten und Michel von Borstel den Ball im Nachfassen gerade noch so zur Ecke klären konnte. Mit 0:0 endete dann auch der erste Spielabschnitt, in dem die SGSSR die gefährlicheren Torchancen hatte und der ATR sich bei Michel von Borstel bedanken konnte, dass man ohne Gegentor blieb. Bitter für die Gäste war der Ausfall von Jerome Hoffmann Mitte der ersten Halbzeit, da dieser sich in einem Zweikampf an der Leiste verletzte.

Michel van Borsten pariert Elfmeter von Kevin Lanzendörfer

Anfang der zweiten Hälfte hatten nun die Gäste aus Rodenkirchen die erste Torchance, doch Wessel van der Zijl schaffte es nicht den Ball aus der Drehung innerhalb des Sechzehners aufs Tor zu bringen. Die Gastgeber blieben allerdings weiter gefährlich und bekamen nach ca. 70 gespielten Minuten einen Handelfmeter zugesprochen. Nach einer Ecke sprang ATR-Verteidiger Armin Heinemann der Ball an den Arm. Folgerichtig zeigte Schiedsrichter Dominik Friedrich auf den Punkt. Den fälligen Strafstoß schoss Kevin Lanzendörfer aus Torwart-Sicht halbhoch ins linke Toreck, doch Michel van Borstel war an diesem Tag einfach unüberwindbar. Wenig später jubelte der Schweier Anhang etwas zu früh, da Kevin Lanzendörfer beim vermeintlichen Führungstreffer im Abseits gestanden hatte.

Im direkten Gegenzug war es nun der ATR, welcher jubelte. Jalan Griffin konnte sich in der 76. Spielminute am rechten Strafraumrand freispielen und dessen flacher Schuss passte genau ins linke untere Eck, vom Pfosten sprang er zum auf ATR-Seite vielumjubelten 0:1 in die Maschen. Nun verbreitete sich auch die Nachricht aus Neuenburg, dass der Heidmühler FC II mit 2:1 gewinnen konnte. Ein Unentschieden würde dem AT Rodenkirchen also für den zweiten Platz und dem damit verbundenen Aufstieg reichen.

Muhamed Rizai macht den Deckel drauf

Die SGSSR musste also nochmal mehr nach vorne machen, was Lücken für den AT Rodenkirchen zum Kontern zuließ. Eine dieser Lücken nutzte Muhamad Rizai in der 81. Minute und besorgte mit dem 0:2 die Entscheidung zu Gunsten des ATR, welcher sich an diesem Tag nicht als das bessere, aber das effektivere Team bewies. Nach sechsminütiger Nachspielzeit pfiff der Schiedsrichter dieses spielerisch keinesfalls hochklassige Derby, aber auf jeden Fall spannende und von Emotionen geführte Fußballfest ab. Bei den Gästen aus Rodenkirchen und ihren zahlreich erschienen Anhängern brachen nun alle Dämme, der Jubel war grenzenlos.

Nach der Partie sagte SGSSR-Trainer Sven Ullrich: „Meine Glückwünsche an den AT Rodenkirchen zum Aufstieg, über die gesamte Spielzeit ist das verdient. Heute aber hat die glücklichere Mannschaft gewonnen. Es war ein schwaches Spiel, welches von der Spannung lebte und von beiden Seiten sehr nervös geführt wurde. In der ersten Halbzeit hatten wir drei gute Chancen, aber alle konnte der Rodenkircher Keeper gut parieren. In Halbzeit zwei haben wir etwas mehr aufgemacht und der ATR war in der Offensive vereinzelt etwas gefährlicher. Der verschossene Elfmeter ist dann aus unserer Sicht bitter. Das nicht gegebene 1:0 in der 75. Minute war der Knackpunkt, weil wir im direkten Gegenzug das Gegentor bekommen, als noch zwei Spieler bei den Zuschauern jubeln. Das 0:2 fällt dann, weil wir aufgemacht haben. So ist halt Fußball, der Rodenkircher Torwart hat das Ding geholt. Dennoch war es heute denke ich super Werbung für den Amateursport vor einer geilen Kulisse und ein faires spannendes Derby.“

Sein Gegenüber Christian Pfeiffer sagte: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat sich diesen Erfolg verdient, wenn man die gesamte Saison sieht. In diesem Spiel waren wir das, was wir die vergangenen Derbys nicht waren, das effektivere Team. Es war spielerisch heute kein Leckerbissen, aber das habe ich auch nicht erwartet. Es war eine geschlossene Teamleistung, bei der ich heute ausnahmsweise unseren Torwart Michel von Borstel herausheben muss. Er hat heute das Ding mit seinen Paraden festgehalten. Die Kulisse heute war Wahnsinn und ich bin überglücklich, dass wir das glücklichere Ende für uns hatten. Respekt an die mitgereisten Fans und an die SGSSR für dieses Spiel.“

Die Statistik

  • SGSSR: Mike Borchers – Derk Vollers, Ole Minnemann, Anton Vadimovic Krivolapov, Tino Wiese, Niels-Haitze Osinga, Sebastian Rabe, Sören Pudel, Marek Scherweit, Nico Strowitzki, Kevin Lanzendörfer; eingewechselt: Rico Deharde, Bastian Gerdes, Thade Wiese, Toke Templin
  • ATR: Michel von Borstel – Lennard Diekmann, Wessel van der Zijl, Nico Büsing, Jalan Griffin, Hannes Ahlers, Jerome Hoffmann, Armin Heinemann, Muhamad Rizai, Bastian Koal, Mirko Scheltwort; eingewechselt: Jan-Ole Horstmann, Aaron Nordhausen, Dennis van Loock, Tino Hülsebusch
  • Tore: 0:1 Jalan Griffin (76.), 0:2 Muhamad Rizai (81.)

Die Bilder

Anzeige