Handball: Saisonabbruch rückt näher

Handball-Verband wartet noch bis zum 15. Februar ab – Heimische Spartenleiter sehen keine Chance

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Die Mitglieder des Präsidiums und des erweiterten Präsidiums des Handball-Verbandes Niedersachsen beraten am 15. Februar über einen etwaigen Saisonabbruch der Spielklassen auf Verbandsebene und mögliche Folgeszenarien. Das teilten Präsident Stefan Hüdepohl und Vizepräsident Jens Schoof nach Online-Dialogen mit Vertretern der Ober- sowie Verbandsligisten mit.

Eine landesweite Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs Mitte Februar und einen Ligastart im März halten Stefan Hüdepohl, Jens Schoof und die an die 100 Teilnehmer der Online-Dialoge für mehr als unwahrscheinlich. Stefan Hüdepohl: „Dennoch warten wir vor einer endgültigen Entscheidung die Ergebnisse der nächsten Bund-Länder-Konferenz sowie den folgenden Austausch der Präsidenten der Landesverbände im Deutschen Handballbund ab.“

Szenarien erarbeitet

Die nächste Bund-Länder-Konferenz wird für die zweite Februarwoche erwartet. Der nächste Austausch der Landesverbandspräsidenten im DHB ist für den 13. Februar angesetzt. „Danach wissen wir hoffentlich, unter welchen Rahmenbedingungen wir weiterplanen können“, erklärt Stefan Hüdepohl. „Alles andere wäre Spekulation.“ Die Spieltechniker haben bereits verschiedene Szenarien für einen Wiederbeginn, aber auch einen Saisonabbruch entwickelt.

Im Fall eines Saisonabbruchs in den Oberligen ist angedacht, das Interesse an einem Aufstieg in die 3. Liga, für die der DHB zuständig ist, abzufragen. „Unser Wunsch bleibt, unter den Interessenten sportlich den Aufsteiger zu ermitteln, wenn es wieder möglich ist – gegebenenfalls auch mit Corona-Schnelltests von Spielern und Schiedsrichtern.“ Details kläre man derzeit.

„Tendenz ist klar“

In der Tendenz habe sich die vom Präsidium des HVN eingesetzte Arbeitsgruppe Spielbetrieb in allen übrigen Klassen in Zuständigkeit des Verbandes dafür ausgesprochen, auf Auf- und Abstiegsspiele zu verzichten. Das würde bedeuten, alle Mannschaften würden in der Saison 2021/2022 in den Spielklassen an den Start gehen, wie es für die aktuelle Saison geplant war. Auf- und Absteiger würde es dann nicht geben.

Der Abteilungsleiter, Trainer und Spieler Sascha Klostermann vom Elsflether TB war bei dem Online-Dialog dabei. „Die Tendenz ist klar: Saisonabbruch. Das haben auch die Rückmeldungen der Vereine gezeigt. Es wird darauf hinauslaufen“, sagte er. „Ich sehe nicht, dass wir Mitte des Monats wieder mit dem Training beginnen und Anfang März in der Oberliga weiterspielen können.“ Vorstellen kann sich Sascha Klostermann als Ersatzmodelle regionale Turniere wie zum Beispiel einen abgespeckten HVN-Pokalwettbewerb auf freiwilliger Basis. Dies schlug der Verband vor.

Spielorte sind ein weiteres Problem

Auch der Leiter der HSG Blexer TB/SV Nordenham hakt die Saison ab. „Es muss endlich eine Entscheidung getroffen werden. Die Saison soll abgesagt werden, zumindest unterhalb der Oberliga“, berichtete BTB-Spartenleiter Olaf Büker. „Mit einem Start Mitte März wird es nichts“, vermutet er.

Anton Stindt, der örtliche Vertreter für die Wesermarsch in der Handballregion Oldenburg, hält eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in dieser Saison für unwahrscheinlich. „Wir müssen aber abwarten, wie es im Februar mit den Corona-Zahlen weitergeht. In der Wesermarsch sind die Zahlen ja noch hoch“, teilte der Elsflether mit.

„Mitglieder halten“

  • Ein anderes Problem wären die Spielorte. „Die Vereine kriegen von den Kommunen doch gar nicht die Hallen, ebenso wie die Schulen.“ Anton Stindt macht sich vor allem um die Jugend sorgen. „Gerade im Nachwuchsbereich könnte es einen Rückgang an Spielern geben, weil die Eltern ihre Kinder schützen wollen.“

Dieser Gefahr ist sich auch Verbandspräsident Stefan Hüdepohl bewusst. „Wir müssen uns den Tatsachen stellen und jetzt ein Höchstmaß an Flexibilität beweisen, auch wenn uns der Zugang zu den Sporthallen noch länger verwehrt ist.“ Handball auf Rasen und Sand seien im späten Frühjahr und frühen Sommer geeignete Alternativen, „um unsere Mitglieder beim Handball zu halten“. Bei der Entwicklung der Konzepte müssten Verband, Gliederungen und Vereine Hand in Hand arbeiten.

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