Herzenssache: Die gute Seele des Vereins

Anne und Karl-Heinz Steenken betreuen den 1. FC Nordenham - Seit 30 Jahren treue Fans

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Es regnet. Es ist kalt. Bitterkalt sogar. Bei dem Schmuddelwetter mummeln sich viele sonntags unter der Decke auf der Couch ein. Einen Fuß vor die Tür setzen? Auf keinen Fall. Das sehen Anne und Karl-Heinz Steenken anders. Bei Wind und Wetter verbringen sie fast jeden Sonntag auf dem Fußballplatz, um die Spieler eines Kreisligisten zu unterstützen. „Sie sind die gute Seele des Vereins“, sagt Mario Heinecke, Trainer des 1. FC Nordenham.

Ein Arzt- und ein Eiskoffer, zwei Trikottaschen, etliche Getränkeflaschen und ein großer Ballsack sind bei Anne und „Kalle“ gelagert. „Wenn wir zum Spiel unserer Mannschaft fahren, kommt der halbe Hausstand mit“, sagt die 56-Jährige. Gemeinsam mit ihrem Mann bildet sie seit 2015 das Betreuer-Team des Kreisligisten.

Von morgens bis abends im Einsatz

Warum opfern die beiden ihre Freizeit für eine Amateurmannschaft? „Das werden wir häufiger gefragt“, meint der 63-Jährige. „Es macht einfach Spaß und wir mögen es, Fußball zu schauen.“

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Zum Ehrenamt gehört aber weit mehr, als 90 Minuten von der Seitenlinie aus mit ihrem Team mitzufiebern. Stunden vor dem Spiel werden Eiswürfel besorgt, Getränke vorbereitet, Wertsachen eingesammelt und die Schiedsrichter betreut. Nach dem Abpfiff werden Zuhause die Trikots gewaschen. Wenn die Partie auswärts stattfindet, sind die Steenkens an einem Sonntag von morgens bis abends für ihren Verein im Einsatz.

„Ein Teil der Mannschaft

Und das alles für Spieler, die die Enkelkinder des Nordenhamer Ehepaars sein könnten. Die Gesprächsthemen und der Musikgeschmack in der Kabine seien zwar gewöhnungsbedürftig für die Betreuer. „Aber die Jungs bringen uns viel Respekt entgegen. Wir fühlen uns als Teil der Mannschaft und werden zu allen Aktivitäten eingeladen“, freut sich Anne Steenken.

Die Jungs bringen uns viel Respekt entgegen. Wir fühlen uns als Teil der Mannschaft und werden zu allen Aktivitäten eingeladen.
Anne Steenken, Betreuerin beim 1. FC Nordenham

Dass der Verein den Eheleuten ans Herz gewachsen ist, weiß auch die Familie. „Unsere Freunde und Verwandten achten bei geplanten Festlichkeiten darauf, dass unser FCN nicht spielt. Sie wissen, dass wir sonst nicht teilnehmen könnten“, erzählt Kalle Steenken. Es gebe aber auch Ausnahmen. „Wenn unser Sohn an einem Spieltag heiraten sollte, muss der Verein auch mal ohne uns auskommen“, sagen sie unisono und lachen.

Seit 1989 bei den Heimspielen dabei

Die Steenkens sind bereits seit 30 Jahren Fans ihres Heimatvereins. 1989 haben sie erstmals ein Spiel des SV Nordenham besucht, der 1994 mit dem TuS Einswarden fusionierte und zum 1. FC Nordenham wurde. „Wenn wir mal ein Heimspiel verpasst haben, hat uns das schon sehr geärgert“, sagt Anne Steenken. 2013 sind sie erstmals zu einem Auswärtsspiel im Mannschaftsbus mitgefahren. „So sind wir enger an die Mannschaft gerückt. Als wir dann gefragt worden sind, ob wir nicht Lust hätten, die Betreuerposition zu bekleiden, haben wir sofort zugesagt“, erinnern sich die Nordenhamer.

Was Anne und Kalle fürs Team leisten, ist alles andere als selbstverständlich. Wir sind froh, dass sie für uns da sind.
Mario Heinecke, Trainer 1. FC Nordenham

Ans Aufhören denkt das Ehepaar noch lange nicht. Kalle ist bereits im Ruhestand und der 1. FC Nordenham ist neben Werder Bremen eine seiner großen Leidenschaften. Anne ist berufstätig, möchte aber noch lange das Ehrenamt ausüben. „Aktuell macht es mit der sehr jungen Mannschaft besonders viel Spaß. Sie ist ein eingeschworener Haufen und wir haben einen tollen Trainer“, sagt das Betreuerpärchen. Ein Kompliment, das der Coach gerne zurückgibt. „Was Anne und Kalle fürs Team leisten, ist alles andere als selbstverständlich. Wir sind froh, dass sie für uns da sind.“

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