Dramatik pur im Polygras-Stadion

SV Brake und der TuS Obenstrohe trennen sich 4:4 - Gastgeber liegen nach 3 Minuten 0:2 hinten

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Es war am Donnerstagabend im Polygras-Stadion zwischen dem SV Brake und TuS Obenstrohe Dramatik pur. Am Ende durfte der SV Brake über das 4:4 (1:3) jubeln, was höchstwahrscheinlich das Erreichen der Aufstiegsrunde bedeutet. (von Dieter Diekmann)

Aber nicht nur die Kreisstädter jubelten am Ende, auch der TSV Abbehausen ist Nutznießer dieses Remis, da Mitkonkurrent Obenstrohe nur noch eine sehr theoretische Chance für die Aufstiegsrunde hat. Die Friesländer müssten am Sonntag mit 15:0 beim ESV Wilhelmshaven gewinnen, um noch am TSV vorbei zu ziehen.

Carlos Warns verkürzt

Unter dem zahlreichen Anhang der Gäste war auch die komplette Elf der Abbehauser anwesend, die auf einen Braker Sieg hoffte. Aber das Spiel begann furios und so gar nicht nach dem Geschmack der Heimelf. Der Sekundenzeiger hatte noch nicht eine Runde gedreht, da zappelte der Ball schon im Netz der Heimelf. Lars Zwick hatte seine Elf mit 1:0 (1.) in Führung gebracht, nachdem die SVB Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachte.

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Die Rot-Weißen hatten sich von dem Schock noch nicht erholt, als das Leder das zweite Mal im Gehäuse einschlug. Ein Freistoß aus 18 Metern zum 2:0 (3.) für Obenstrohe durch Sandstede ließ Keeper „Paddy“ Lahrmann recht alt aussehen.

Lahrmann sieht erneut nicht gut aus

Mit einem herrlichen Sonntagsschuss am Donnerstag gelang bereits in der 12. Minute durch Carlos Warns aus 22 Metern der frühe Anschlusstreffer zum 1:2. Doch damit nicht genug. Die Ehlers-Elf antwortete prompt mit dem 1:3 (16.). Wieder schlief die SVB-Abwehr und Michelsen verwandelte volley mutterseelenallein.

Allerdings sah der sonst so zuverlässige Lahrmann im SVB-Tor bei diesem Treffer wieder nicht gut aus. Nach dieser torreichen Anfangsphase verflachte das Spiel. Die Gäste verwalteten mehr oder weniger das Ergebnis, die Heimelf stabilisierte sich zwar in der Defensive, setzte aber kaum Akzente in der Offensive. Ein Freistoß durch Warns (28.) kurz vor dem Strafraum hätte Gefahr bringen können, verfehlte aber das Ziel um einige Stockwerke.

Wiese verhindert das 1:4

So gab es den nächsten eher unrühmlichen Aufreger (44.) kurz vor der Pause. Sascha Schwarze hatte Glück, das seine „Sense“ mit beiden Beinen an der Eckfahne nur mit „Dunkelgelb“ bestraft wurde. Praktisch mit dem Pausenpfiff vereitelte Jan-Niklas Wiese mit einer spektakulären Rettungstat gegen Zwick das 1:4.

SVB-Trainer Maik Stolzenberger hatte in der Halbzeitpause wohl die richtige Ansprache an sein Team gehalten, welches wie umgewandelt aus der Kabine kam. Die Platzhirsche brannten ein förmliches Offensivfeuerwerk ab. Bereits in der 47. Minute musste TuS-Keeper Tim Stahl gegen Patrick Lizius sein ganzes Können aufbieten, um den Anschlusstreffer zu verhindern.

Brake schnürt die Gäste ein

Wenig später (50.) rettete wieder Stahl, dieses Mal ließ er Jan Speer verzweifeln. Weiter rannte die Heimelf an und nach etlichen Flanken- und Eckbällen war es Carlos Warns, der mit einem satten Flachschuss den 2:3 (62.) Anschluss erzielte.

Dem TuS gelang es sich überhaupt nicht mehr zu befreien. Die Folge, eine vergebene Riesenmöglichkeit (68.) per Kopfball durch Wiese und nur eine Minute später der verdiente 3:3 Ausgleich durch Wiese (69.) aus dem Getümmel kurz vor der Torlinie. Auf der einen Seite Jubel im Braker Lager, auf der anderen bei Fans und Spielern lange Gesichter, die zwei Minuten später noch länger wurden.

Traumtore am Fließband

Wieder war es ein Traumtor in diesem spektakulären Spiel. Sirus Timouri hatte Maß genommen und aus gut 20 Metern das Leder in den Winkel zum 4:3 (71.) gehämmert. Jubeltänze an der Seitenlinie vom SVB-Trainerteam und Ersatzspielern nach diesem Treffer und auch die Daumen drückenden Abbehauser freuten sich über den Führungstreffer frenetisch. „Was ist denn hier los“, so der ausgewechselte Lars Zwick kopfschüttelnd an der Bande.

Nun standen die ganz in Rot gekleideten Obenstroher unter Zugzwang und wurden folglich mutiger und offensiver. Die Belohnung folgte prompt. Nach einem scharfen, halbhohen Flankenball stand Cedric Ahlers goldrichtig und vollendete per Hacke, wieder ein Traumtor, zum 4:4 (78.).

Beide Teams haben Siegtreffer auf dem Fuß

Es ging nun wieder hin und her. Auf Seiten der Kreisstädter vergaben Miklas Kunst (90.) und Jonas Kühl (90.+1) den möglichen Siegtreffer und auf der anderen Seite ließ Ahlers per Kopfball (90.+2) die Riesenmöglichkeit ungenutzt. So blieb es am Ende beim 4:4 in diesem dramatischen Spiel um die Aufstiegsrunde.

Stephan Ehlers, Trainer vom TuS: „Das Spiel ist für uns unglücklich verlaufen. Wir sind für 25 schlechte Minuten hart bestraft worden. Insgesamt kein Vorwurf an meine Mannschaft, die alles gegeben hat“.

Cheftrainer Maik Stolzenberger: „Wir hatten am Anfang die Stutzen noch nicht hoch gehabt. In der zweiten Halbzeit haben wir brutal guten Fußball gespielt. Am Ende hat der TuS einen glücklichen Punkt geholt. Kompliment an mein Team. Das wir den Rückstand weg gesteckt haben zeigt die Moral in der Mannschaft“.

Die Statistik

  • SVB: Patrick Lahrmann – Sirus Timouri, David-Luca Preisler, Carlos Warns, Jan-Niklas Wiese (88.Jannik Heyer), Patrick Lizius, Miklas Kunst, Ilhan Tasyer (90. Rico Mathes) Andreas Cichon (46. Jonas Kühl), Jan Speer, Sascha Schwarze
  • Tore: 0:1 Zwick (1.) 0:2 Sandstede (3.) 1:2 Warns (12.) 1:3 Michelsen (16.) 2:3 Warns (62.) 3:3 Wiese (69.) 4:3 Timouri (71.) 4:4 Ahlers (78.)

Die Tabelle

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