Ein Leben für den Handballsport

Nach 50 Jahren zieht sich Olaf Büker von der HSG BTB/SVN zurück

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Anfang Mai hat sich Olaf Büker 50 Jahre lang um alle Belange des Handballsports in Nordenham gekümmert. Die Corona-Pandemie hat ihm Zeit gegeben, über das Gewesene nachzudenken. Er hat sich dazu entschlossen, nicht mehr in der ersten Linie zu kämpfen. „Während der Corona-Pandemie musste ich feststellen, dass es auch ohne den Handballstress geht. Ich habe genug Zeit in der Halle verbracht“, sagt er. Ein Rückblick des Urgesteins:

„Ich begann meine Handball-Laufbahn“ in der C-Jugend des Blexer TB im Jahre 1971. Trainer war Rainer Tietjen. Der animierte mich sogleich,  mich bei der Jugendarbeit des Vereins, die am Boden lag,  mitzumachen. Schnell hatten wir einige Kinder gefunden, die in der E-Jugend aktiv waren.  Wir bekamen sogar 2 Teams zusammen.

Spielen ohne Trainer

Danach spielte ich in der B- und A-Jugend des Vereins. Selten hatten wir einen Trainer. Selbst war der Mann. Auch Handbälle gab es nie genug. Auch während dieser Zeit kümmerte ich mich um die Kinder im unteren Jugendbereich.

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Als Spieler begann ich in der zweiten Mannschaft des BTB. Das waren die „Alten Herren“. Ich begann als Feldspieler, doch schnell wurde ich Torwart. Ich spielte in der ersten Herren des BTB  in der Bezirksliga. Eine schöne Zeit, auch ohne strenge Worte von der Bank – denn Trainer gab es nur selten. Das ist heute unvorstellbar.

Rückenprobleme beenden aktive Laufbahn

Es machte Spaß, doch dann machten Rückenprobleme das Spielen immer schwerer. Versuche gab es dann noch in der dritten Herren des BTB. Aber das war nur ein Versuch.

Im Jugendbereich lief es immer besser. Die Teams trainierten zunächst in der kleinen Halle an der Fährstraße in Blexen und in der Sporthalle FAH. Zuletzt war es die Sporthalle Luisenhof. In allen männlichen Klassen konnten Mannschaften gestellt werden. Das war bei den Mädchen leider nicht der Fall.

Sieger im Bezirk mit der E-Jugend

Den größten Erfolg hatte der BTB mit der männlichen Jugend E Anfang der achtziger Jahre. In der Stadthalle Elsfleth wurde der BTB  Sieger im Bezirk Weser-Ems. Ich trainierte diese Mannschaft. Mit dem fast identischen Team nahmen wir drei Jahre später an der Endrunde zur Niedersachsen Meisterschaft der männlichen Jugend C teil. Immer wieder gelang es dem BTB im Jugendbereich höherklassig zuspielen. Im Hintergrund war ich immer dabei.

In diese Zeit fiel auch der Beginn des jährlichen Turnieres „Nordsee-Cup“. Das erste Turnier fand 1979 statt als ein Tagesturnier. In den nächsten Jahren wurde das Turnier immer größer. Als Turnierleiter war ich immer dabei. Unterstützt wurde ich von vielen Helfern. Stellvertretend möchte ich hier Siegfried Rüdiger erwähnen. Nach mehreren Jahren übernahm Norbert Pargmann die Leitung des Turniers. Wir konnten Mannschaften aus ganz Deutschland, aber auch aus Holland und Schweden begrüßen.

„Berüchtigte“ Feten beim Nordsee-Cup

Immer war das Turnier von den „berüchtigten“ Feten begleitet. Doch wurde es immer schwerer, das Turnier zu veranstalten. Hauptsponsoren brachen weg und die Feten liefen auch nicht mehr ohne Probleme ab. So wurden die Kosten immer höher und das Turnier war nicht mehr wirtschaftlich.

Im BTB habe ich noch Freundschaftsspiele der Männer gegen höherklassige Mannschaften organisiert. Erstes Spiel war gegen den damaligen Bundesliga Aufsteiger OSC Thier Dortmund. Hinzu kamen Spiele gegen SC Tatabanya aus Ungarn, BV Baie Mare aus Rumänien und Wybrzeze Gdanzig aus Polen. Auch den Wilhelmshavener HV hatten wir zu Gast. Doch fanden diese Spiele selten den gewünschten Zuspruch. Werbung für den Handball war es dennoch.

Nordenham gegen Kuba

Zudem kam es noch Anfang 1998 zu einer Partie einer Nordenhamer Stadtauswahl Blexer TB/SV Nordenham gegen die Nationalmannschaft aus Kuba. Danach wurde ernsthaft über eine HSG nachgedacht. Die Gründung folgte ein Jahr später, auch weil es immer schwieriger wurde, Mannschaften zu stellen.

Ich mischte bei der HSG als Vorsitzender mit und bekleidete auch einige andere Posten. Bernd Voskamp ist mein Gegenpart vom SVN. Ich möchte mich bei ihm für die überaus gute Zusammenarbeit bedanken. Die Zusammenarbeit geht ja noch etwas weiter.

Immer weniger Mannschaften

Wir konnten zwanzig Mannschaften zum Spielbetrieb melden. Davon sind leider nur wenige übrig geblieben. Dafür gibt es viele Gründe. Auch ich habe Fehler gemacht. Zwischenzeitlich habe ich auch den Posten des 1. Vorsitzenden des Handball Kreises Wesermarsch übernommen. Bis zu dessen Auslösung war ich dabei. Danach habe ich mich noch kurzzeitig in der Handballregion Oldenburg um den Spielbetrieb der Minis und der F-Jugend gekümmert.

Die Arbeit beim Handball hat mir immer viel Spaß gemacht. In der letzten Zeit habe ich dann allerdings das Interesse etwas verloren. Handball ist und bleibt mein Lieblingssport.

Nachfolger bei der nächsten Spartenversammlung

In der letzten Jahren war der Zusammenhalt zwischen Vorstand und Mannschaften nicht mehr so, wie ich es mir gewünscht habe. Auch das ist ein Grund, das ich überlegt habe, wie es weiter gehen soll.  Im Jugendbereich lief es ordentlich. Spaß hat es mir immer gemacht, Mini-Turniere zu organisieren. Auch die Saison-Vorbereitungsturniere für die Erwachsenen haben immer Spaß gemacht.

Nun ist es an der Zeit, sich noch weiter als bisher, aus der Verantwortung zu ziehen. In der letzten Saison war ich nur noch zum Schiedsrichterbezahlen in der Halle – auch eine Pflichtveranstaltung. Mit Wirkung zum 1. Mai werde ich vorerst noch Abteilungsleiter Handball im BTB bleiben. So lange, bis wir uns wieder zu einer Spartenversammlung treffen können, um einen Nachfolger zu finden.

HSG muss sich neu aufstellen

Zudem werde ich Bernd Voskamp nicht allein hängen lassen. Ich werde mich um die Spielplanerstellung kümmern und sonstige kleine Sachen, die ich von zu Hause aus erledigen kann. Klaus Wernicke ist und bleibt eine wichtige Stütze der Handballer aus Nordenham.

Auch ist die gegenwärtige Pandemie ein Grund. Die HSG muss sich wohl komplett neu ausgestellt werdeFoto: Menzen. Grund genug, jüngere Kräfte mit vielen Ideen in den Vorstand zu berufen.

Hoffen auf „normale“ Zeiten

In der Halle wird man mich wohl nicht mehr so häufig sehen. Hoffentlich kann man sich bald auch wieder Spiele in der Umgebung, in Oldenburg (Frauen-Bundesliga) oder vielleicht auch wieder in Hamburg, falls der HSV Hamburg aufsteigen sollte, ansehen.

Zudem habe ich die Zeitungen mit den Handballergebnissen und Berichte versorgt, das werde ich weitermachen, wenn es gewünscht wird.

Ich hoffe, dass auch im Handball wieder „normale“ Zeiten einkehren. Viele Erwachsene und Jugendliche warten darauf, wieder dem Ball nachjagen zu können. Der Sport fehlt allen, die ihn lange Jahre betrieben haben. Turnierbesuche waren immer sehr wichtig.

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