Meisterschaftskrimi mit dem besseren Ende für Oldenburg

Regionsoberliga: HSG Unterweser schrammt an der Sensation vorbei - 31:26-Erfolg reicht nicht

Welch ein Krimi vor über 130 Zuschauern in der Sporthalle am Luisenhof am Dienstagabend. Die HSG Unterweser hat alles daran gesetzt, den Tabellenführer TvdH Oldenburg vom Thron zu stoßen. Dazu hätte sie mit sieben Toren Unterschied gewinnen müssen, da dann der direkte Vergleich zugunsten der HSG gewesen wäre. Zwischenzeitlich führten die Gastgeberinnen sogar mit neun Toren. Am Ende hüpften aber die Gäste trotz einer 26:31-Niederlage jubelnd durch die Halle. An dieser Stelle Glückwunsch an beide Teams für ein tolles Spitzenspiel, das die Erwartungen übertroffen hat. (von Olaf Büker und Christoph Reiprich)

Von Beginn machte das Team von Trainer Bernd Voskamp klar: Wir wollen die minimale Chance nutzen. So starteten die Gastgeberinnen furios. Angeführt von einer bärenstarken Louisa Plump (12 Tore) führten die Gastgeberinnen nach 10 Minuten mit 6:1. In der Abwehr wurde beherzt zugepackt, im Angriff wurde gut kombiniert.

Mit fünf Toren Vorsprung in die Pause

Bereits nach einer Viertelstunde nahmen die Gäste beim Stand von 9:3 eine Auszeit. Die zeigte jedoch kaum Wirkung. Die HSG agierte weiter tonangebend und hatte mit Torhüterin Benita Menzel einen sehr starken Rückhalt. Sie fischte einige freie Würfe aus den Ecken und so kam der TvdH im ersten Abschnitt nicht einmal mehr als auf 4 Tore (12:7, 21.) heran.

Mit fünf Toren Unterschied (16:11) ging es in die Pause. Es hätten wohl noch 2,3 Treffer mehr für die HSG sein können, wenn Janine Matschei nicht zwischenzeitlich ausgewechselt worden wäre. Während ihres Fehlens haperte es kurzfristig im Angriffsspiel.

Benita Menzel hält überragend

In der zweiten Halbzeit legte Unterweser los wie die Feuerwehr. Nach 37 Minuten betrug der Vorsprung neun Tore (21:12). Die Stimmung in der Halle kochte schon vorher. Beim Stand von 18:12 parierte Benita Menzel zwei freie Würfe und verhinderte so das 18:13.

Nach dem 22:13 durch Louisa Plump kamen die Gäste durch zwei Tore von Neele Hafermann und ein Treffer von Kira Meyer wieder auf 21:16 heran. In der 44. Minute führte die HSG nochmals mit acht Toren (25:17) und spielte danach in Überzahl – Hafermann bekam eine 2-Minuten-Strafe.

Während der Überzahl warfen die Gastgeberinnen jedoch kein Tor. Dennoch hieß es 10 Minuten vor Schluss 27:20. Danach kam Pech im Abschluss dazu. Beim 27:21 traf Janine Matschei den Pfosten, im Gegenzug kassierte Astrid Eilers eine Zeitstrafe und Oldenburg verkürzte auf 27:23.

In der Schlussminute bleibt das Happyend aus

Genau 60 Sekunden vor Schluss keimte noch einmal Hoffnung beim HSG-Anhang auf. Louisa Plump stellte durch zwei Tore auf 31:25. Somit fehlte noch ein Treffer, um die Gäste in der Tabelle zu überholen. 15 Sekunden vor dem Ende parierte Benita Menzel tatsächlich den Wurf der Oldenburgerinnen. Das HSG-Team stürmte nach vorne und verließ sich wohl darauf, dass der Ball ins Toraus gehen würde. Doch das Leder kullerte nach der Menzel-Parade knapp ins Seiten-Aus – Ballbesitz TvdH. Den Angriff schlossen die Gäste schließlich zum 31:26 ab.

Auch wenn es nicht zur Meisterschaft reichte, hat sich die HSG in diesem Spiel nichts vorzuwerfen. Das Team kämpfte aufopferungsvoll, begeisterte durch sehenswerte Spielzüge und fügte nebenbei dem Meister die erste und einzige Saisonniederlage zu. Entsprechend wurden die Spielerinnen von den Zuschauern gefeiert. Das Sportgasm-Team gratuliert der HSG zu einer gelungenen Saison und dem TvdH zur Meisterschaft.

Wer am Dienstag nicht dabei sein konnte, kann am Samstag das letzte Punktspiel der Saison für die HSG besuchen. Es findet um 16.30 Uhr gegen die TS Hoykenkamp statt.

Die Statistik

  • HSG: Svea Pargmann/Benita Menzel – Carinne Bauer (1), Liska Stuhrmann (7), Celine Bohlken (3), Astrid Eilers (4), Juliana Krüger (1), Sabrina Flügger, Judith Reins, Janine Matschei (3), Aileen Bajarami, Rieke Seedorf, Louisa Plump (12), Cathleen Henzel.

Die Bilder

Anzeige